Schleswig-Holstein aus den Augen eines Dänen

von Baggesen-Projekt

Die Reisen des deutsch-dänischen Schriftstellers Jens Baggesen (1764–1826) nach Zentral- und Westeuropa sind gut dokumentiert – etwa seine wagemutigen Wanderungen durch die Schweizer Alpen oder sein symbolträchtiger Tanz auf den Trümmern der Bastille, die im Zuge der Französischen Revolution zerstört wurde. Weitaus weniger bekannt sind hingegen seine Reisen durch und Aufenthalte in Schleswig-Holstein.

Dabei war die Region für Baggesen nicht nur ein Transitgebiet auf seinen Wegen von Kopenhagen in den Süden, sondern häufig auch ein eigenständiges Reiseziel. In seinen Aufzeichnungen hielt er die malerischen Landschaften fest, beschrieb Gutshäuser und ihre Bewohner ebenso wie die Studierenden der Universitätsstadt Kiel. Zu seinem weitreichenden Bekanntenkreis zählten unter anderem Louise zu Stolberg-Stolberg, Johann Heinrich Voß und Karl Leonhard Reinhold.

Von 1811 bis 1813 hatte Baggesen zudem eine Professur für dänische Literatur in Kiel inne. Noch heute erinnern verschiedene Orte an ihn: So gibt es in Kiel-Friedrichsort den Baggesenweg und in Malente die Jens-Baggesen-Straße. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Kieler Friedhof Eichhof, und ein bedeutender Teil seines Nachlasses wird in der Universitätsbibliothek Kiel aufbewahrt.

Das DLC-Projekt der Universitätsbibliothek „Quellen nutzen. Wissen teilen. Lernräume vernetzen“ bietet nun einen Kurs an, der sich Baggesen und seinem Verhältnis zu Schleswig-Holstein widmet. In diesem Einsteigerkurs lernen die Teilnehmenden praxisnah, seine Handschriften zu transkribieren und einzuordnen – auch mithilfe der KI-Software Transkribus. Im Mittelpunkt stehen dabei seine Briefe und Tagebücher mit Bezug zu Schleswig-Holstein. Auf diese Weise eröffnet sich ein Blick auf das Schleswig-Holstein des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Perspektive eines Dänen.

Neugierig geworden? Alle Infos & Anmeldung zum Kurs “Zwischen Feder und Algorithmus: Entziffern von Handschriften mit und ohne KI” über den Link.

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