- 10.07.2026
- Kategorie Geschichte / Archäologie Kulturgeschichte Politik / Gesellschaft
Webressourcen aus Nordeuropa – Geschichte, Politik, Kultur 3 – 2026
Dänemark
Neues aus dem Nationalarchiv
- Der neue digitale Datensatz Det Historiske Dødsårsagsregister (HDAR) mit fast 1 Mio. Todesbescheinigungen (dødsattester) aus dem Zeitraum von 1920 bis 1943 steht nun kostenlos zur Verfügung. Die Fotokopien dieser Bescheinigungen, die auch die Todesursache verzeichnen, waren bereits seit Längerem über Arkivalieronline zugänglich, bevor sie jetzt mithilfe von KI ausgelesen, digitalisiert und Tabellenform strukturiert werden konnten.
- Der Inhalt des technisch veralteten Portals Dansk Demografisk Database, das Zugang zu diversen Datenbanken mit Quellenabschriften enthält, wird schrittweise bis September 2026 auf die Plattform Rigsarkivets indtastningsportal verlagert und ist zukünftig unter dem Sucheinstieg Afskrifter af arkivalier der allgemeinen Suchplattform (Søg i samlingerne) des Archivs recherchierbar.
Während der Umstellung können die bereits erfassten Volkszählungen (1787, 1801, 1803, 1834, 1840, 1850, 1860, 1880, 1885, 1901) über das Portal Link Lives – Find livsforløb 1787–1923 durchsucht werden. Dort ist außerdem die Recherche in digitalisierten dänischen Kirchenbüchern (1814–1891) möglich sowie die Suche nach historischen Lebensläufen. Dabei handelt es sich um Datensätze aus verschiedenen Quellen, die sich auf dieselbe Person beziehen und miteinander verknüpft wurden. - Zusammen mit Danmarks Meteorologiske Institut (DMI) digitalisiert das Nationalarchiv schrittweise seinen umfangreichen Bestand an Schiffslogbüchern, die von dänischen Kapitänen und Steuerleuten seit 1675 geführt werden mussten. Auf der digitalen Plattform Havets Arkiv können tausende von Quellen gezielt nach bestimmten Fahrten durchsucht und die Routen der Schiffe auf einer Karte nachverfolgt werden. Daneben bietet die Plattform Zugang zu systematisch erfassten Klimadaten, was Analysen zur Entwicklung des Klimas in der Vergangenheit ermöglicht.
Center for køn, seksualitet og forskellighed stellt in dem Online-Archiv Aids-krisens danske historie Quellen aus dem Projekt Cultural History of AIDS in Denmark (CHAD) zur Verfügung. Das Projekt hat die dänische Kulturgeschichte der AIDS-Krise für den Zeitraum 1981–2000 erfasst und gewährt Einblicke, wie die Epidemie in Medien, Politik und Alltag erlebt, verstanden und diskutiert wurde. Einen Einblick in die norwegische Perspektive bildet der 2023 erschienene Artikel Slik endret aidsepidemien Norge, der in der neu konzipierten Online-Zeitung Kilden magasin (vorher: Kildens nyhetsmagasin), die Nachrichten und Debatten zur norwegischen Forschung über Geschlecht und Gleichstellung veröffentlicht, erneut online gestellt wurde.
Im Det Kgl. Biblioteks DR-arkiv sind rund 18.000 Radiosendungen aus dem Zeitraum 1931–2008 eingespielt worden. Etwa 55.000 Fernsehsendungen aus den Jahren 1973–2005 sollen in Kürze folgen.
Island
Neues aus dem Nationalarchiv
- In Zusammenarbeit mit dem Historiker Hrafnkell Lárusson wurde die Datenbank Þingkosningar 1874–1903 aufgebaut, die Material zu den Parlamentswahlen enthält. Sie basiert auf einer digitalen Transkription von Wählerverzeichnissen und Wahlunterlagen, die bislang nur in Papierform vorlagen.
- Der größte isländische Gewerkschaftsbund Alþýðusamband Íslands (ASÍ) hat seinen Archivbestand aus den Jahren 1967–2022 an das Nationalarchiv übergeben.
Norwegen
Das vom Nationalarchiv verwahrte, einzige erhaltene Fotoalbum eines hochrangigen Nationalsozialisten, der in der Besatzungszeit in Norwegen stationiert war, enthält mehr als 100 Seiten mit Porträts und Gruppenfotos führender Persönlichkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands und des deutschen Besatzungsregimes in Norwegen. Es steht nun im Digitalarkivet als Digitalisat zu Verfügung.
Schweden
Neues aus dem Nationalarchiv
- Folgende Unterrichtspakete mit Quellenmaterial für die gymnasiale Oberstufe wurden freigeschaltet: Sveriges demokratisering sowie Judiskt liv i Sverige.
- Zwei neue E-Books stehen zum kostenlosen Download bereit: Källor till invandringens historia und Sverige 1523.
Erstmals wurde das kulturhistorisch bedeutende Tagebuch Årstafruns dagbok in einer vollständigen, digitalen Ausgabe von Nordiska museet veröffentlicht. Verfasserin war die Gutsherrin Märta Helena Reenstierna (1753–1841), deren Tagebucheinträge sich über fast 50 Jahre erstrecken.
Anlässlich seines 400-jährigen Jubiläums hat das schwedische Riddarhuset die überarbeiteten Stammbäume aller in Schweden eingeführten Adelsfamilien in der Datenbank Minerva veröffentlicht.
Skandinavien
Unter Leitung des Leibniz-Zentrums für Archäologie (Standort Schleswig) veröffentlichen Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Großbritannien und Skandinavien in der Datenbank GOLDBRACTEATES sukzessive Informationen zu den sogenannten Goldbrakteaten. Die kleinen, runden Anhänger, die etwa von der Mitte des 5. Jahrhunderts bis in das erste Drittel des 6. Jahrhunderts hergestellt wurden, stellen eine bedeutende archäologische Quelle dar und stammen vorwiegend aus Skandinavien und England, aber auch aus den Küstenregionen von Nord- und Ostsee, die von Frankreich bis Polen reichen.
Ausblick
Geplante Neuzugänge im Webdienst Svenska tidningar der schwedischen Nationalbibliothek
- Schrittweise werden im Frühjahr 2026 die Jahrgänge 1907–1921 der seit 1898 publizierten Zeitung Brand veröffentlicht. Die Jahrgänge von 1898–1906 sind in Svenska tidningar bereits verfügbar.
- Auch die Jahrgänge von 1874–1926 der Tageszeitung Östgöten sollen bis Ende 2026 online abrufbar ein. Die Jahrgänge 1874–1906 sind dort bereits verfügbar.